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Dienstag, 7. März 2017

Wach - Rezension

"Wach"
von Lena Klassen


Klappentext:

Das Leben im Wald ist voller Risiken und Herausforderungen. Doch auch hier gibt es keine wahre Freiheit, und zwischen heimlichem Verrat und offener Rebellion muss die junge Peas, genannt Pi, herausfinden, was ihr wirklich etwas bedeutet. Dann begegnet sie eines Tages mitten in der Wildnis dem Feind, und alles ändert sich …

»Er stand im Schatten, nicht mehr als zehn Meter entfernt, und nur seine Haare schimmerten wie ein verwaschener heller Fleck in der Nacht.
Eine Weile standen wir nur da, keiner von uns rührte sich, und ich hätte fast glauben können, dass ich mir alles nur einbildete. Dann bewegte sich die Gestalt fort und verschwand in der undurchdringlichen Finsternis.
Was konnte ich gewinnen, wenn ich ihn verriet? Vielleicht meine Entscheidungsfreiheit. Vielleicht mein eigenes Leben, meine Rückkehr zu den Damhirschen, meine Freiheit. Ich hatte Lucky geopfert, den ich geliebt hatte, um frei zu sein. Wie viel würde es mich kosten, einen Feind zu opfern, der mir nichts bedeutete?« 

Die Fortsetzung von "Wild"


***

Das Buch hat mich noch mehr geflashed wie Wild.

Pi ist zurück bei den Damhirschen. Doch die Idylle bröckelt. Sobald es um Frauen in der Gruppe geht, ist es mit der Selbstbestimmung nicht mehr weit her. Pi soll heiraten, damit die jungen Männer wieder zur Ruhe kommen. Dabei mitzureden hat sie nicht viel. Paulus hat schon alles in trockenen Tüchern. Verständlicherweise ist Pi sauer und lehnt sich dagegen auf.
Allerdings ist das gar nicht so einfach. Die Regeln in der Gruppe sind streng und ihre Möglichkeiten begrenzt.
Pi muss schwierige Entscheidungen treffen und ihre Loyalitäten stehen mehrfach im Widerspruch. 

Desweiteren bleibt Pi innerlich zerrissen. Sie ist in ihrer Persönlichkeitsentwicklung teilweise noch sehr in der Pubertät verhaftet. Das zeigt sich in ihren wechselnden Prioritäten, wen sie liebt, oder glaubt zu lieben. Allerdings kann man das ev. mit dem Glücksstrom erklären. Die Menschen in Neustadt haben ja keine Möglichkeit eine normale Pubertät zu durchlaufen und da zu lernen, auf sich zu hören und sich selber auszuprobieren. (ist das verständlich?)

Das Buch besticht, wie schon Wild, durch seine klare und schöne Sprache. Ich bin restlos begeistert.
Auch der Plot ist immer wieder überraschend und in sich logisch.

Einziges Manko ist die Aktion, wie die Krallen Paulus stürzen wollen. Das erscheint mir doch recht konstruiert und nicht sehr glaubhaft, weil eigentlich so nicht planbar und deshalb eher unwahrscheinlich, dass intelligente Menschen sich auf so einen dünnen Plan einlassen würden. Letztendlich fügt sich die Geschichte aber gut ineinander und ist rund.
Das zweite Manko ist der Schluss. Der kommt meiner Meinung nach zu kurz. Es sei denn es wird eine Fortsetzung geben. Genug lose Ende gäbe es dafür.

Womit ich persönlich nicht zufrieden bin, ist das Schicksal von Ruben. Damit kann ich mich nicht wirklich abfinden und ich finde auch, dass er am Schluss doch sehr untergeht.


Was mir sehr unter die Haut geht, ist wie die Autorin diese Gesellschaft beschreibt. Es ist schon beängstigend, wie sie aufzeigt, wie der Mensch tickt. Meine persönliche Freiheit - was ist sie wert?
Wie viele Opfer darf eine Gemeinschaft mir abverlangen. Und wie viel kostet mich meine Integrität?
Auch finde ich es durchaus plausibel, dass viele Menschen mit der Entscheidungsfreiheit, die ihnen angeboten wird, nichts anfangen können und sich freiwillig wieder in den Glücksstrom begeben, damit sie die Realität durch die Rosa-Brille sehen können.


***


Titel: Wach
Autor: Lena Klassen
Verlag: Drachenmond-Verlag
Seiten: 600
ISBN: 978-3931989972

Bewertung: 5 von 5 - trotzdem

***

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