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Freitag, 13. April 2012

Osterbräuche

ich finde es immer interessant, 
was es lokal alles für unterschiedliche Bräuche gibt

deshalb erzähl ich Euch einfach mal ein paar meiner Erinnerungen 
und wie es hier im Oberbergischen so zugeht:

***

Palmsonntag

in Osttirol ist es zum Beispiel üblich am Palmsonntag 
einen richtig großen "Palmbesen" zu binden
traditionell wird er mit Weidenkätzchen und Wacholder gebunden 
und dann mit bunten Bändern geschmückt



(dieser Besen ist nur ein "Abklatsch" der Besen, 
die ich aus meiner Kindheit kenne)

manche Familien hängen auch Salzbrezel dran
früher war es wohl üblich, 
den anderen Kindern die bunten Bänder abzunehmen, 
(die wurden dann mit dem eigenen Besen von den anderen Besen geklaut)
das kenne ich aber eigentlich nur aus Erzählungen

hier im Oberbergischen wird der "Palmbesen" nur relativ klein gemacht, 
und aus Buchsbaum gebunden, 
manchmal wird auch ein Kreuz aus Stöcken gemacht 
und dann mit Buchs geschmückt
die bunten Bänder dürfen hier allerdings auch nicht fehlen



den Brauch, mit dem geweihten "Palmbesen" dreimal ums Haus zu gehen, 
habe ich mit meinen Kindern hier weitergeführt, 
allerdings glaube ich nicht, daß das hier so üblich ist

***

Eierfärben

Karfreitag wurden traditionell die Eier gefärbt, 
das halte ich inzwischen eher locker, 
und mach es, wenn es mir am besten in den Zeitplan paßt

(die ersten gefärbten Eier gab es allerdings immer schon Palmsonntag 
-- zum aufwärmen sozusagen)

***

Osterfeuer

das Osterfeuer habe ich erst im Oberbergischen richtig kennengelernt, 
hier ist es üblich richtig große Feuer zu machen
meist wird auch ein Nachbarschaftstreffen draus, 
mit Grillen und allem drum und dran

das gefällt mir hier sehr gut, es sind immer schöne Abende


(dieses Jahr gab es nur die kleine Version im Grill, 
weil wir zwecks Kälte und unfreundlichem Wetter, 
das große Feuer abgesagt haben)


in Osttirol gibt es nach der Osternacht ein Osterfeuer vor der Kirche, 
auch da wird dann noch mit den Leuten aus dem Dorf getratscht und zusammengestanden
meist gibt es auch Punsch zum Aufwärmen

***

Speisenweihe

ein Brauch, den ich hier sehr vermisse, sind die geweihten Speisen

in Osttirol ist es üblich, 
in die Ostermesse einen Korb mit besonderen Speisen mit zu nehmen, 
die werden dann während der Messe gesegnet
das ist immer etwas besonderes und schmeckt doppelt so gut

traditionell gehören da natürlich gefärbte Eier rein
ein Hefezopf (Wei(c)hbrot), 
Kren (für die Krensoße, die es Ostersonntag immer gab)
Schinkenspeck und ev. ein Brot

in vielen Familien gibt es extra dafür wunderschöne Weihtücher, 
womit der Korb abgedeckt wird

***


Eier "tirtschen"
(auch türtschen, pecken, titschen,...)


das habe ich auch meinen Kindern beigebracht, 
obwohl ich das hier sonst noch nicht gesehen habe


dafür wird das Ei mit der Hand so umschlossen, 
daß nur die Spitze rausguckt



der Zweite nimmt sein Ei mit der Spitze nach unten
und schlägt auf das erste Ei


ein Ei ist danach natürlich kaputt



danach werden die Seiten getauscht und auch der das Ei festhält wechselt

gewonnen hat der, 
der zum Schluß noch wenigstens eine ganze Seite 
an seinem Ei hat

früher wurde das wohl recht ernsthaft betrieben 
(Eier/Nahrung war wertvoll) 
und der Verlierer mußte sein Ei abgeben

diesen Brauch gibt es aber natürlich nicht nur in Osttirol, 
er wird in vielen Abwandlungen mit unterschiedlichen Namen gespielt

(siehe auch Wikipedia)

***

rund um Ostern gibt es naturgemäß natürlich viele kirchliche Aktivitäten, 
die aber sehr stark von der jeweiligen Pfarrgemeinde abhängen, 
und/oder vom Priester, der dafür zuständig ist

vieles davon ist in seinem Hintergrund mit der Liebe Jesus 
zu uns Menschen 
und in seiner Konsequenz der Gewaltlosigkeit 
nicht nur für Christen nachdenkenswert

in diesem Sinne, Euch allen noch einmal Frohe Ostern!








Kommentare:

  1. Hey Agnes,
    ein toller Post! Viele dieser Bräuche kenne ich auch! Zum Beispiel die Weihespeisen! Das gibt es hier im Hunsrück auch nicht bzw. sie gab es nicht bis ich hier aufgekreuzt bin! *lach* Meine Mami stammt aus Ungarn und ich habe diesen Brauch von Uroma, Oma und Mama übernommen und weitergeführt...als wir das erste mal in die Osternachtmesse mit dem Weihekorb spaziert sind wurden mistrauisch beäugt, das war vor 14 Jahren, heute stehen gaaanz viele Körbe vor dem Altar! Es ist toll wie sich Bräuche verselbstständigen und wie selbstverständlich Kinder zu ihren Eltern oder Oma und Opa sagen..."und nächstes Jahr möchten wir auch so einen Korb, Anke hat uns erzählt warum sie diesen Korb füllt und das möchten wir auch!" Bei uns kommen allerlei Dinge da rein. Salz, Osterbutter, Osterkuchen, Osterbrot, nur ROT gefärbte Eier und bei uns wird der Korb auch nicht mit dem Weihetuch bedeckt sondern es liegt im Korb und die Speisen liegen darin! Bei uns ist es auch ein ganz spezielles Tuch und schon lange (fast 140 Jahre) im Besitz der Familie meiner Mami und seit einigen Jahren hab ich es nun und werde es an DAS meiner 3 Kinder weitergeben DAS Wert darauf legt!....Naja wie es bei uns an Ostern so abläuft kannst du, wenn du magst, auf meinem Blog nachlesen! Ich habe unser Ostern quasi für die Bloggerwelt sichtbar gemacht!
    Ich wünsche euch ein schönes Wochenende und hoffe noch gaaaanz viele Posts von dir zu lesen!
    Die liebsten Knutschknuddelgrüße
    Deine Anke

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  2. Hallo Agnes,
    den Palmstrauß kenne ich auch, allerdings bei uns nur auch Buchs und ohne bunte Bänder. Die bunten Bänder machen bei uns nur die Kommunionskinder dran.
    Eierditschen kennen wir auch, aber eher als Gag zum Frühstück.
    Und Osterfeuer werden bei uns schon lange nicht mehr gemacht. In den letzten Jahren hat es ab und zu ein Nachbar gemacht, aber das hat es dieses Jahr nicht gegeben, ich glaub es ist mittlerweile in unserer Gemeinde aus Sicherheitsgründen verboten.
    Vielen Dank für deinen Bericht!
    Liebe Grüße
    Trudi

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  3. Guten Morgen Agnes,

    per Zufall bin ich auf Deinen Blog gestoßen und muss sagen, ich finde es ganz toll, dass Du über die wunderschönen Bräuche und Sitten aus Osttirol schreibst. Ich kenne diese Bräuche alle sehr gut, denn auch in Nordtirol lebt man sie. Auch wir in unserer Familie halten diese Traditionen wach und es ist für mich sehr wichtig, diese auch den nächsten Generationen weiterzugeben !!
    Toll finde ich, dass es überall Traditionen gibt und man sie auch in seiner neuen Heimat leben kann, die eigenen und die neuen miteinander verbinden !!!

    Herzlichen Gruß und ein gemütliches Wochenende wünscht Dir Renate

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